Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


wiki:reisefreiheit

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen der Seite angezeigt.

Link zu der Vergleichsansicht

Beide Seiten, vorherige ÜberarbeitungVorherige Überarbeitung
Nächste Überarbeitung
Vorherige Überarbeitung
wiki:reisefreiheit [2023/09/09 04:54] norbertwiki:reisefreiheit [2024/07/25 08:31] (aktuell) – ↷ Links angepasst weil Seiten im Wiki verschoben wurden 52.230.152.156
Zeile 15: Zeile 15:
 [[wiki:individualtourist|Individualtourismus]] war nicht erwünscht und wurde selbst bei [[wiki:reisen|Reisen]] in die sozialistischen Bruderstaaten erschwert durch Devisenbeschränkungen, die kaum eine Selbstversorgung zuließ, Kapazitätsbeschränkungen für Fahrplätze und Unterkünfte sowie Melepflichten und Reiseverlaufskontrollen auch etwa in Bahnen und Bussen oder an Zufahrtsstraßen der großen Städte. Die Historikerin ''Heike Wolter'' sagte im Interview ((''Clemens Maier-Wolthausen''\\ //„Visafrei bis nach Hawaii“ – Urlaubsträume, Trends und Reiseziele in der DDR//.\\ Interview mit Heike Wolter, in: Deutschland Archiv, 30.5.2018, Link: www.bpb.de/269663 )): //»Sowohl in der Weimarer Zeit als auch später in der DDR ging es um die Entprivilegierung des Reisens. ... Noch komplizierter gestalteten sich Anlehnungen an das Engagement des nationalsozialistischen Staates im touristischen Bereich. //Kraft durch Freude// (KdF) und //Freier Deutscher Gewerkschaftsbund// (FDGB) agierten mit der Aufgabe, Gewerkschaftsmitgliedern günstige Ferienreisen anzubieten, durchaus ähnlich. ... Ob nun das //„Seebad der 10.000“// in Prora oder das //„1. Sozialistisches Seebad“// auf der Schaabe, ob MS „Arkona“ oder Kdf-Flotte, ob Reisen als „Geschenk des Führers“ oder Urlaubsfreuden als „Errungenschaft unserer Arbeiter-und-Bauern-Macht“ – in beiden Fällen ging es darum, Urlaub und Reisen der Bürger zu kontrollieren, aber auch als Erfolg der Sozialpolitik zu propagieren.«// [[wiki:individualtourist|Individualtourismus]] war nicht erwünscht und wurde selbst bei [[wiki:reisen|Reisen]] in die sozialistischen Bruderstaaten erschwert durch Devisenbeschränkungen, die kaum eine Selbstversorgung zuließ, Kapazitätsbeschränkungen für Fahrplätze und Unterkünfte sowie Melepflichten und Reiseverlaufskontrollen auch etwa in Bahnen und Bussen oder an Zufahrtsstraßen der großen Städte. Die Historikerin ''Heike Wolter'' sagte im Interview ((''Clemens Maier-Wolthausen''\\ //„Visafrei bis nach Hawaii“ – Urlaubsträume, Trends und Reiseziele in der DDR//.\\ Interview mit Heike Wolter, in: Deutschland Archiv, 30.5.2018, Link: www.bpb.de/269663 )): //»Sowohl in der Weimarer Zeit als auch später in der DDR ging es um die Entprivilegierung des Reisens. ... Noch komplizierter gestalteten sich Anlehnungen an das Engagement des nationalsozialistischen Staates im touristischen Bereich. //Kraft durch Freude// (KdF) und //Freier Deutscher Gewerkschaftsbund// (FDGB) agierten mit der Aufgabe, Gewerkschaftsmitgliedern günstige Ferienreisen anzubieten, durchaus ähnlich. ... Ob nun das //„Seebad der 10.000“// in Prora oder das //„1. Sozialistisches Seebad“// auf der Schaabe, ob MS „Arkona“ oder Kdf-Flotte, ob Reisen als „Geschenk des Führers“ oder Urlaubsfreuden als „Errungenschaft unserer Arbeiter-und-Bauern-Macht“ – in beiden Fällen ging es darum, Urlaub und Reisen der Bürger zu kontrollieren, aber auch als Erfolg der Sozialpolitik zu propagieren.«//
    
-//»Freie Fahrt nach Gießen«// und ähnliche [[wiki:gefluegelte_worte#Reisefreiheit|Reisefreiheit-Slogans]] forderten die DDR-Bürger bei den Montagsdemonstrationen 1989. Die Bekanntgabe der Reisefreiheit für die Bürger der DDR führte unmittelbar zum Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 ((Nachdem die neue Reiseverordnung in Kraft trat wurde jetzt Bürgern, die zuvor noch hatten fahren dürfen, die Genehmigung versagt. Ihr Antrag wurde von der Volkspolizei nicht einmal entgegengenommen. Die Empörung darüber war beträchtlich. Die Zentrale Auswertungs- und Informationsgruppe (ZAIG) der Staatssicherheit berichtete darüber Ende Januar 1989:// "Hinweise zur Reaktion der Bevölkerung auf die Verordnung über Reisen von Bürgern der DDR nach dem Ausland vom 30. November 1988"// der ZAIG des MfS vom 27.1.1989")). Im selben Jahr wurde Reisefreiheit zum Wort des Jahres. Ob dann alle nach Gießen fuhren?+//»Freie Fahrt nach Gießen«// und ähnliche [[wiki:liste_gefluegelte_worte#Reisefreiheit|Reisefreiheit-Slogans]] forderten die DDR-Bürger bei den Montagsdemonstrationen 1989. Die Bekanntgabe der Reisefreiheit für die Bürger der DDR führte unmittelbar zum Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 ((Nachdem die neue Reiseverordnung in Kraft trat wurde jetzt Bürgern, die zuvor noch hatten fahren dürfen, die Genehmigung versagt. Ihr Antrag wurde von der Volkspolizei nicht einmal entgegengenommen. Die Empörung darüber war beträchtlich. Die Zentrale Auswertungs- und Informationsgruppe (ZAIG) der Staatssicherheit berichtete darüber Ende Januar 1989:// "Hinweise zur Reaktion der Bevölkerung auf die Verordnung über Reisen von Bürgern der DDR nach dem Ausland vom 30. November 1988"// der ZAIG des MfS vom 27.1.1989")). Im selben Jahr wurde Reisefreiheit zum Wort des Jahres. Ob dann alle nach Gießen fuhren?
  
 1635 gestattet Kaiser Ferdinand III. den Handelsleuten zu Nürnberg nach Frankfurt »auff die Meß« zu reisen »auch Sicherheit der Kauff und Handelsleuth« (( WIR Ferdinand der dritte von Gottes Gnaden zu Hungarn und Böheim König ... Entbieten N. allen und jeden ... Unser Königl. Gnad und alles Guts, und geben euch hiemit Gnädigst zuvernemen, Was Gestalt Wir den gesampten Handelsleuten zu Nürnberg auff ihr untertheänigstes Anhalten, nacher Franckfurth ... auff die Meß daselbst, Krafft dieses Patents, Ihre Handlungen zuführen, auff: und abzuraisen, gnädigst verwilligt ... Geben zu Philipsburg den Neun und zwaintzigisten Monatstag Augusti, im Sechzehenhundert fünff und dreyssigsten, Unserer Reiche deß Hungarischen im Zehenden, und deß Böheimischen im Achten Jahr : WIr Burgermeistere und Rath der Stadt Nürnberg, bekennen und thun kund hiemit, daß dieser, von unserm Cantzley Registratorn Hieronymo Ammon, vidimierte Abdruck ... wegen continuation der Commercien, auch Sicherheit der Kauff und Handelsleuth ... Geschehen den 31 Augusti, Anno 1635.\\  1635 gestattet Kaiser Ferdinand III. den Handelsleuten zu Nürnberg nach Frankfurt »auff die Meß« zu reisen »auch Sicherheit der Kauff und Handelsleuth« (( WIR Ferdinand der dritte von Gottes Gnaden zu Hungarn und Böheim König ... Entbieten N. allen und jeden ... Unser Königl. Gnad und alles Guts, und geben euch hiemit Gnädigst zuvernemen, Was Gestalt Wir den gesampten Handelsleuten zu Nürnberg auff ihr untertheänigstes Anhalten, nacher Franckfurth ... auff die Meß daselbst, Krafft dieses Patents, Ihre Handlungen zuführen, auff: und abzuraisen, gnädigst verwilligt ... Geben zu Philipsburg den Neun und zwaintzigisten Monatstag Augusti, im Sechzehenhundert fünff und dreyssigsten, Unserer Reiche deß Hungarischen im Zehenden, und deß Böheimischen im Achten Jahr : WIr Burgermeistere und Rath der Stadt Nürnberg, bekennen und thun kund hiemit, daß dieser, von unserm Cantzley Registratorn Hieronymo Ammon, vidimierte Abdruck ... wegen continuation der Commercien, auch Sicherheit der Kauff und Handelsleuth ... Geschehen den 31 Augusti, Anno 1635.\\ 
Zeile 30: Zeile 30:
 Insbesondere  totalitäre [[wiki:staaten|Staaten ]] schränken die Reisefreiheit ihrer Bürger ein, verhindern das Überschreiten der [[wiki:grenze|Grenzen]] durch Gewalt und sanktionieren »Republikflucht« durch Strafen, oft auch Kontakte zu Ausländern. Das [[wiki:motive_des_reisens|Motiv]] //»Weltfrieden durch Weltreisen«// ist insofern ein permanenter Aufstand gegen totalitäre Regime ([[wiki:liste_unschoener_laender|Liste der unschönen Länder]]). Insbesondere  totalitäre [[wiki:staaten|Staaten ]] schränken die Reisefreiheit ihrer Bürger ein, verhindern das Überschreiten der [[wiki:grenze|Grenzen]] durch Gewalt und sanktionieren »Republikflucht« durch Strafen, oft auch Kontakte zu Ausländern. Das [[wiki:motive_des_reisens|Motiv]] //»Weltfrieden durch Weltreisen«// ist insofern ein permanenter Aufstand gegen totalitäre Regime ([[wiki:liste_unschoener_laender|Liste der unschönen Länder]]).
  
 +  * ''Stefan Esders''\\ //Reisende soll man nicht aufhalten? Über Infrastrukturen sowie erwünschte  und unerwünschte Mobilität im westgotischen Spanien.//\\ S. 151−182 in: Ignacio Czeguhn, Cosima Möller, José Antonio Pérez Juan, Yolanda Quesada Morillas (Hg.): Wasser - Wege - Wissen auf der iberischen Halbinsel. Vom Römischen Imperium bis zur islamischen Herrschaft. (=Berliner Schriften zur Rechtsgeschichte, 6) 384 S. Baden-Baden 2016: Nomos DOI https://doi.org/10.5771/9783845269689 Inhalt https://d-nb.info/108214360X/04
   * ''Leibetseder, Mathis''\\ //Reisen unerwünscht?//\\ Über ein Kapitel frühneuzeitlicher Gesetzgebung in Bayern und Brandenburg-Preußen.\\ In: Forschungen zur Brandenburgischen und Preussischen Geschichte. N.F. 13  (2003) 227–247.    * ''Leibetseder, Mathis''\\ //Reisen unerwünscht?//\\ Über ein Kapitel frühneuzeitlicher Gesetzgebung in Bayern und Brandenburg-Preußen.\\ In: Forschungen zur Brandenburgischen und Preussischen Geschichte. N.F. 13  (2003) 227–247. 
  
wiki/reisefreiheit.1694235243.txt.gz · Zuletzt geändert: 2023/09/09 04:54 von norbert

Donate Powered by PHP Valid HTML5 Valid CSS Driven by DokuWiki