wiki:vargr
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- | Auch später ist der //vargus// »ein heimatloser Räuber, Strolch« (('' | + | Auch später ist der //vargus// »ein heimatloser Räuber, Strolch« (('' |
Der Ausgestoßene, | Der Ausgestoßene, | ||
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Vargr, `Würger´ (( germ. *warga-, *wargaz `Würger, Vertriebener, | Vargr, `Würger´ (( germ. *warga-, *wargaz `Würger, Vertriebener, | ||
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* der Outlaw soll in der Wildnis leben wie ein Wolf; | * der Outlaw soll in der Wildnis leben wie ein Wolf; | ||
* der Outlaw soll das Fell eines Wolfes tragen; | * der Outlaw soll das Fell eines Wolfes tragen; | ||
- | * die Strafe auf Schwerverbrechen war das Erwürgen mit biegsamen Weidenruten `[[wiki:stab#=== Virga, die Lebensrute | + | * die Strafe auf Schwerverbrechen war das Erwürgen mit biegsamen Weidenruten `[[wiki:stock_und_stab#Virga, die Lebensrute|virga]]´. |
Etymologisch eng verwandt sind die Begriffe für Würger `vargr´ mit Mann `vir´ und Weidenrute `virga´ (('' | Etymologisch eng verwandt sind die Begriffe für Würger `vargr´ mit Mann `vir´ und Weidenrute `virga´ (('' | ||
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+ | Denn: »wer nicht andern das Recht will gönnen, der soll nicht Rechtes genießen«. Den | ||
+ | Friedensbrecher muß daher die Friedlosigkeit (asw. friplösa, mfries. ferdloshed) | ||
+ | treffen. Diese Folgerung zieht das ältere germanische Strafrecht in aller Strenge. | ||
+ | Der Friedlose (wn. gutn. fridlavis, asw. jrißlös, ags. fridleas, afries. fretholds, | ||
+ | mhd. vridelos) ist aus dem Rechtsverband (lag) ausgestoßen: | ||
+ | utlagÞer, ags. ütlah, mnd. ütlagh (daher die Friedlosigkeit wn. ütlegä). | ||
+ | Gleichbedeutend mit utlaeger sind asw\ bilthugher ... und ags. londrihtes idel, | ||
+ | hd. von dem landrehte getan, mhd.êlôs, echtelôs, rechtelôs. | ||
+ | Weil und soweit er des Rechtsschutzes darbt, ist sein Los das eines Flüchtigen | ||
+ | (ags. flymd). Er ist gehetzt wie der Wolf und heißt daher wie dieser — an. vargr, | ||
+ | ahd. afränk. as. warg, ags. vearh — und trägt »wulfes heafod« (ags.), weswegen die | ||
+ | Friedlosigkeit ein »Wolfsleben« (as. wargida). Seine Zuflucht soll sein der wilde Wald; | ||
+ | daher ist die Friedlosigkeit ein »Waldgang« (wn. sköggangr, wofür asw. prägnant skogher), | ||
+ | der Friedlose ein »Waldgänger« (wn. sköggangsmðar, | ||
+ | (wn. skögarmaðr) wie anderseits auch der Wolf ein Waldgänger (Holzgangel) heißt. | ||
+ | Karl von Amira, Grundriss des germanischen Rechts, | ||
+ | Strassburg 1913: K.J. Trübner, §77 | ||
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wiki/vargr.1624251634.txt.gz · Zuletzt geändert: 2021/06/21 05:00 von norbert