Appell, Johann Wilhelm
Die Ritter-, Räuber- und Schauerromantik
zur Geschichte der deutschen Unterhaltungs-Literatur. Leipzig 1859.
Eine Übersicht über Bücher, die sich ausdrücklich mit dem »Abenteuer« beschäftigen bzw. sich Abenteurern widmen. Die Bandbreite reicht vom Abenteurer als Reisenden über den Trickster und Künstler bis hin zu Rebellen und erfolgreichen Sozio- und Psychopathen.
Diese Liste kann synoptisch verglichen werden mit den Zeitleisten:
Bereits der »Reisebericht« und sicher die Biographie eines einzelnen »Abenteurers« als biographische Reiseliteratur abstrahieren von der »Wahrheit« und konstruieren eine neue Wirklichkeit, präsentieren eine Welt-Anschauung, indem sie ein geformtes Selbstbild für ein Publikum liefern. Reiseliteratur kann nicht absolut authentisch sein, weil sie für einen Adressaten geschrieben ist, der beim Schreibvorgang mitgedacht wird. Anthologien entfernen sich einen weiteren Schritt vom Individual-Abenteuer. Das Erscheinen einer Anthologie beruht auf der erfolgreichen und anhaltenden Rezeption mehrerer Individual-Abenteurer. Jenseits des zufälligen Erfolgs einzelner Personen und Titel werden unter einem bestimmten Gesichtspunkt Protagonisten als Repräsentanten für etwas ausgewählt, folgen also bereits einem Stereotyp. Die folgenden Anthologien sind nach ihrem Erscheinungsjahr absteigend geordnet.
Ebert, Wolfgang Höllenfahrten, Forscher, Abenteurer und Besessene 159 S., VGS Köln 1998
In diesem Bildband geht es um Menschen, Forscher, Abenteurer, Besessene, die sich freiwillig auf Unternehmungen einließen, die sie an die Grenzen ihrer psychischen und physischen Kräfte brachten. Es wird der Frage nachgegangen, was treibt Menschen dazu, Risiken einzugehen, die nicht selten mit dem Tod enden? Der Band erscheint parallel zu einer Fernsehreihe des ZDF.
Claus Süßenberger Abenteurer, Glücksritter und Maitressen Virtuosen der Lebenskunst an europäischen Höfen 373 S., Campus Ffm 1996
Porträtiert werden: John Law
, der Erfinder der Derivate (Finanztitel), Marquise de Pompadour
, Graf Cagliostro
, Franz Anton Mesmer
, Lorenzo da Ponte
, Antonio Pérez
, Graf von Bonneval
Kohtes, Michael Literarische Abenteuer Dreizehn Portaits 158 S., Suhrkamp (TB 2512) 1996
Der Autor beschreibt dreizehn Literaten, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Grenzen der Kunst auch im Alltäglichen überschritten und zur Avantgarde gezählt wurden: Glücksritter, Paradiesvögel, Außenseiter:
Arthur Cravan
findet sich im Boxring, Johannes Theodor Baargeld
auf den Gipfeln der Alpen, Jacques Rigaut
oder Walter Rheiner
versuchten es mit Drogen, Emil Szittya
und Blaise Cendrars
wurden zu Vagabunden, Jean Rhys
und Yvan Goll
finden Abenteuer in der Großstadt, Walter Serner
tauchte in die Unterwelt ein; Peter Altenberg
suchte die Nähe der Reichen, Johannes Baader
alias Jesus Christus, der komische Dandy Hermann Harry Schmitz
sowie Bürgerschreck Kurt Schwitters
.
Ulrich Wank (Hg.) Lust am Abenteuer Ein Lesebuch 350 S., Piper 1995
Eine Anthologie aus 30 Bänden der Serie Piper Abenteuer unter dem Motto Messners: Die Freiheit aufzubrechen, wohin ich will. »Thema sollte das klassische Abenteuer sein, also der Einzelne in der Natur, sein Überleben in gefährlichen Situationen. Und: Es mußten selbst erlebte und selbst erzählte Geschichten sein … das vorliegende Buch … möchte zeigen, was für Abenteuer heute noch möglich sind … Der Erfindungsgabe von Menschen, die dem Alltag entfliehen und besondere Herausforderungen suchen, sind kaum Grenzen gesetzt … viel Vergnügen bei der abenteuerlichen Flucht aus dem Alltag!«
Heinrich Pleticha (Hg.) Träume und Abenteuer Ein literarisches Lesebuch Thienemanns 1991
Bekannte Erzähltexte berühmter Autoren wie Grimmelshausen oder Raabe, Hauff oder Grimm, Schnurre oder Ende und vielen anderen. Die Texte sind lustig und traurig, spannend und lehrreich, heiter und unheimlich, realistisch und poetisch. Der Leser erfährt, wie z.B. Goethe als Kind das gesamte Geschirr seiner Eltern aus dem Fenster hinauswurf oder wie in Bruno E. Werners Roman „Die Galeere“ der junge Georg 1945 den Krieg erlebte. Er leidet mit Lederstrumpf am Marterpfahl und erforscht mit Heinrich Schliemann den Schatz des Priamos. (Ab 12 Jahre)
Peter Renz (Hg.) Lust auf Abenteuer Vom Eismeer bis zum Regenwald 192 S., R. Gessler 1989
Beiträge von U. Aufmuth, F. Beierer, W.-U. Cropp, B. & E. Engel, A. Fuchs, R. Hamberger, B.F. Keiner, M. Kugelmann, D. Kühnel, N. Lüdtke, R. Messner, J. Römbke, Th. Veszelits, O.F. Zierl
Ferdinand Ranft (Hg.) Abenteuerreisen Safari, Trekking, Überlebenstraining und andere Arten von Alternativurlaub 172 S., dtv München 1981
Reisereportagen bekannter Journalisten; der erste Beitrag gilt der dzg, der zweite Rotel-Tours. Der Herausgeber schreibt: »Was mich … am meisten faszinierte, war die überraschende Erkenntnis, daß sozusagen unter der Decke unserer zivilisierten Gesellschaft ein ungeheurer Drang nach außergewöhnlichen Erlebnissen brennt und daß es geradezu phantastisch anmutende Möglichkeiten gibt, diesen Abenteuerdrang zu stillen. … Da sind einmal die »Globetrotter«, wie sie sich nennen, die auf eigene Faust losziehen, sich sehr viel Zeit nehmen, vielleicht sogar den Beruf für ein Jahr an den Nagel gehängt haben, um ein »alternatives Leben« zu führen … Die zweite Gruppe sind die organisierten Abenteuerreisen. Also Abenteuer mit Rückversicherung … Das bestorganisierte Abenteuer sind zweifellos die Rotel-Tours, Reisen mit Spezialomnibussen in abenteuerliche Gegenden, aber die sichere Unterkunft ist immer dabei und deutsches Essen auch …«
Kurt Blüchel (Hg.) Die letzten Abenteuer dieser Erde 321 S., Naturalis München 1981
In erster Linie ein Bildband, mit 16 Beiträgen unter anderem von Hans-Otto Meißner
, Reinhold Messner
, Wilfried Erdmann
sowie drei Vorworten zum Thema Abenteuer von Jacques Costeau
, Reinhold Messner
und Hans Hass
. Als Abenteuer gelten in diesem Band auch Wochenend-Risikosportaktivitäten.
Dettelbacher, Werner; Heinrich Pleticha Fränkische Abenteurer und Entdecker 144 S. zahlr. Abb. Würzburg Stürtz 1976
Max Rehbein (Hg.) Pioniere und Abenteurer 300 S., Buch & Zeit Köln 1970
Das Buch zur NDR-TV-Serie mit Berichten und Bildern über die Arbeit von Entwicklungshelfern, Wildhütern, Forschern, Missionaren …: »Sie sind die Erben jener großen Entdecker … Zwar sind die weißen Flecken heute längst von allen Landkarten verschwunden … Aber es gibt immer noch Aufgaben genug für Spurenleger, Wegbereiter, Schrittmacher. Es gibt noch immer Möglichkeiten genug für Pioniere und Abenteurer. Es gibt auch heute noch Neuland genug, um es zu erschließen und zu kolonisieren, es gibt heute noch Elend genug, um heilen zu helfen oder zu lehren, es gibt immer noch Zweifel, die zu zerstreuen, und Fragen, die zu stellen sind.
Frank Knight Abenteurer und Entdecker Forschungsreisen über Land und Meer A. d. Engl. v. Karl Sättele. 252 S. Ill. v. Willy Kretzer Freiburg Herder 1969
Alexander der Große, Wikinger, Kolumbus, John Cabot, Magellan, Cook, David Thompson, Livingstone, Mary Kingsley, John Franklin …
Heinrich Pleticha, Schreiber Zwischen Ruhm und Untergang Das Leben großer Abenteurer in vier Jahrtausenden 414 S. 16 Tafeln, Textabb., Lit.-hinweise) Würzburg Arena 1966
31 Beiträge über: Sinuhe, Pytheas von Massilia, Tschang Kien und Wu-Ti, Spartacus, Sextus Pompeius, Erik der Rote, Robert Guiscard, Jeanne de Clisson, Cola de Rienzo, Hans Schiltenberger, Francesco Sforza, Doktor Johannes Faustus, Nikolaus Federmann, Francisco de Orellana, Jermak Timofejewitsch, Francis Drake, Doktor Johannes Andreas Eisenbart, Johann Matthias Reichsgraf von der Schulenburg, Johann Friedrich Böttger, Graf von Saint-Germain, Daniel Boone, Giuseppe Balsamo, Lorenzo da Ponte, Schulmeister & Dubouchet, Hester Stanhope, Piet Retief, Ernst Mensen, Alexine Tinné, Mahdi Mohammed Ahmed, Lawrence von Arabien, Oberst Percy Harrison Fawcett.
Hermann Klingler, E. Dietl Vorstoss Ein Buch der Abenteuer 209 S., Pfeiffer, München ca. 1955
Berichte in erzählender Form, auf Tatsachen beruhend, die die Erlebnisse von Priestern und Missionaren in aller Welt wiedergeben. Für Jugendliche geschrieben.
Stephan Gräffshagen (Hg.) Das Abenteuerbuch Von namenlosen Abenteurern unser Tage 241 S., Herder Freiburg 1954
Erzählungen von: Paulheinz Quack, Felix Peltzer, Otto Brües, Herbert Lehmayer, Erich Wustmann, Hans Herlin, Ludwig Ferdinand Clauss, Fritz Mühlenweg, Heinrich Langmaar, Hugo Kocher, Stephan Gräffshagen:
»In unserer Zeit ziehen nur noch wenige Menschen aus, um das Wagnis zu suchen. Viel häufiger werden sie blind in das Abenteuer hineingetrieben, in zerschossene Schützengräben und auf die Straßen, über denen Flucht und Ungewißheit geschrieben steht.
Hans Plischke Von Cooper bis Karl May Eine Geschichte des völkerkundlichen Reise- und Abenteuerromans Düsseldorf 1951
Plischke stellt die Formen des Abenteuerromans wie etwa Robinson-Typus und Lederstrumpf-Typus in einen Zusammenhang mit Europa-Müdigkeit und Amerika-Sehnsucht.
Zarnow, Gottfried Masaryk - Benesch Philosophen, Abenteurer, Staatsgründer Mit 8 Abb. auf Kunstdrucktafeln. XV, 236 S. Dortmund-Berlin Volkschaft 1939 Murr, Jan [d.i. Sachse, Willi Richard] Die Männer der Fortune Reihentitel: Die Welt der Fahrten und Abenteuer. 251 S. Leipzig: P. List 1935.
F. Wencker-Wildberg Ungekrönte Könige 704 S., Bergland-Buch 1934
Begriff und Wesen des Abenteurers werden auf 20 Seiten diskutiert, es folgen zahlreiche Berichte über „Pseudo-Könige“:
»Halb tragisch, halb komisch ist seine Erscheinung, die Geste zeigt meist heroischen Schwung, einen Anflug erhabener Größe, während der Wirkung der Fluch der Lächerlichkeit anhaftet … alles oder nichts will der Abenteurer sein. … Zur unrechten Zeit am unrechten Platz – so tritt uns der Abenteurer im Irrgarten der Geschichte entgegen. Oft ist er ein letzter verspäteter Nachfahre einer längst überholten, überwundenen Zeit, ein atavistischer Rückfall in die Vergangenheit, oder der Vorbote einer neuen Weltanschauung, von der uns noch Generationen trennen … Er steht außerhalb der Zeit, er verleugnet alle Tradition, jedes Gesetz, das ihm nicht Freiheit geben kann, sondern nur Zwang bedeutet … Sein Reich ist nicht von dieser Welt, er scheint einem anderen Stern anzugehören, von anderem Geist beseelt zu sein als der normale Durchschnittsmensch und brave Spießbürger, der in ihm seinen gefährlichen Widersacher wittert, den er im stillen bewundert, nach außen aber mit unversöhnlichem Haß verfolgt … Er endet gekrönt auf irgend einem Gebiet oder auch in der Gosse, niemals aber in satter Behaglichkeit«.
Bolitho, William Zwölf gegen das Schicksal Die Geschichte des Abenteuers 412 S., 16 Bildtafeln) Müller & I. Kiepenheuer 1931
»Das Abenteuer bildet das befruchtende und lebensnotwendige Element in der Geschichte des Individuums und der Gesellschaft. … Die Jünger des Abenteuers sind selten keusch und barmherzig, ja sie stellen sich oft außerhalb der Gesetze, und jede moralische Beschönigung oder Überzuckerung entzöge ihrem Leben das Interesse und ein gut Teil der Wahrheit.«
Einer radikalen, erhellenden Einleitung über das Abenteuer folgen Beiträge über Alexander der Große, Casanova, Christoph Columbus, Mohammed, Lola Montez, Cagliostro und Seraphina, Karl XII. von Schweden, Napoleon I., Lucius Sergius Catilina, Napoleon III., Isadora Duncan, Woodrow Wilson.
Hans Ostwald (Hg.) Deutsche Abenteurer Kulturgeschichtliches in Selbstberichten von deutschen Abenteurern in vier Jahrhunderten Globus Berlin 1931 15x22cm 223 S., 10 Textbilder, 20 Abb. a. Kunstdruckpapier n. Stichen
Einer Einleitung „Von deutschem Abenteurertum“ folgen Berichte von Hans Staden, Ulrich Schmiedel, Balthasar Springer, J. J. Saar, Michael Herber, Johann Michael Kühn, Martin Wintergerst, Joachim Nettelbeck, von der Trenck, Georg Kerner, Georg Forster, Otto von Corvin
u.a. nach Themen geordnet: Südamerika, Seefahrten nach Indien, Mittelmeer, politische Abenteurer, Söldner, Alpinistik.
»In fast allen Deutschen rumort neben dem nach Stille und Idylle sich sehnenden Gärtner der Abenteurer und Kämpfer. Und weil dieser Abenteurer und Kämpfer mit seiner Kraft in der Heimat oft keine gesunde und natürliche Gelegenheit fand, sich auszutoben, sehen wir seit Jahrhunderten die Deutschen in aller Welt als Reisläufer und Abenteurer … Aber es ist nicht nur der Wunsch, Neues zu sehen, der die Deutschen hinauslockt in die Ferne, sondern auch die Sehnsucht, ihre Kräfte zu messen, etwas zu erleben, zu überwinden, ihre Persönlichkeit einzusetzen … Hingebend, tapfer und unermüdlich erfüllen sie ihre Aufgabe. Als Ritter ohne Furcht ziehen sie in die Weite und kehren oft heim mit Wunden an Leib und Seele, geschunden und geschüttelt vom Leben und Erleben, oft getroffen bis ins Innerste und trotzdem noch oft genug aufrecht … Immer haben diese deutschen Abenteurer, wenn auch oft unbewußt, gedient, die Erde einer großen Gesamtkultur zu erschließen und einen großen Menschheitsgarten zu kultivieren.« Hans Ostwald
, arbeitsloser Goldschmied, lebte achtzehn Monate als Vagabund und schrieb dann sehr erfolgreich das Buch Vagabunden. Ein autobiographischer Roman.
Paul Wertheim Helden und Abenteurer Welt und Leben der Künstler 238 S., H. Reckendorf Berlin 1931
»Es wird die Rede sein von Künstlern, Geistkämpfern, Außenseitern der Gesellschaft, die das abenteuerliche Leben des Genies gelebt, die ihrer Idee sich selbst aufgeopfert haben« (Vorwort). Westheim war Herausgeber der Zeitschrift Das Kunstblatt, emigrierte 1933 über Frankreich nach Mexiko 1941. 45 biographische Aufsätze über Breugel, Dix, Nolde, Klee, Utrillo, Picasso, Kirchner, Marc u.a. mit 32 Tafeln.
Josef Frank Glücksritter Gestalten aus dem Jahrhundert des Abenteuers 254 S. Abb. Hellerau Avalun 1929
Kurzbiographien von Eva Frank, Antoine Mesmer, Theodor von Neuhoff, Graf Saint Germain, Charles Geneviève Chevalier D’Eon, Orffyreus, Graf Benjowsky, George Psalmanazar, Graf Edward Wortley-Montagu. Weder ein Vor- noch ein Nachwort geben Zeugnis von den angelegten Kriterien; die Protagonisten ähneln dem Bild des Trickster.
Erich Müller (Hg.) Deutsche Abenteurer Seltsame Schicksale aus drei Jahrhunderten 244 S., Deutsche Rundschau GmbH Berlin 1927
Beiträge über Quirin Kuhlmann, Chr. Felix Bauer, Geschwister Mons, Gottfried Opitz, Heinrich J. F. Ostermann, Burchard Chr. v. Münnich, Ernst J. Bühren, Moritz A. v. Benjowsky, Hans v. Leuchtenfeld, Ernst Berger, Gottlob K. H. Graf v. Tottleben, sog. Fürstin Tarakanowa, Johann B. Schad, Justus Hoyer. Auswahlkriterien: Der Abenteurer als Rebell. Alle Personen reisten in Rußland.
Nachwort: »Wer die Gesellschaft als Zwang ansieht, kennt kein stärkeres Begehren, als sich gegen diesen Zwang aufzulehnen und sich gegen eine Einrichtung zu empören, deren Prinzip der eigenwilligen Persönlichkeit als Vergewaltigung erscheint. Die Rebellion gegen ein staatliches, geistiges, politisches, soziales oder sonstiges Gefüge kann in einzelnen starken Persönlichkeiten so übermächtig werden, daß sie sich zu grundsätzlicher Verneinung jeder Gemeinschaftsbildung auswächst. Dieser in der Geschichte der menschlichen Gruppenbildungen immer wiederkehrende Typ des unbedingten Verneiners der für alle gültigen Satzungen und Ordnungen ist der Abenteuerer. Der Abenteurer bildet das anarchische, antisoziale Element an sich. Er kennt keinen Anfang und kein Ende; er ist dank seiner eigengesetzlichen Kraft eine Welt für sich … Von diesen freiwillig Freien, deren es in allen Zeiten nur sehr wenige gegebene hat, ist der unfreiwillige Abenteurer wohl zu unterscheiden … Entwurzelt und damit der Kraft beraubt, irrt er plan- und haltlos umher …« Der Abenteurer wird hier als identisch mit dem Trickster aufgefasst.
Uhlmann-Birterheide, Wilhelm (Hg.) Deutsche Abenteurer Aus dem Leben deutscher Abenteurer, Weltfahrer und Helden 464 S.F. W. Ruhfus Dortmund ca 1922
Jezower, Ignaz (Hg.) Die Rutschbahn Das Buch vom Abenteurer 368 S., Illustr. v. G.Grosz u.a., 12 Bildtaf. Bong Berlin 1922
Sabbathai Zevy, der falsche Messias, Brisacier, J. H. v.Klettenberg, John Law, J. E. Beßler-Orffyre, Th. v. Neuhof, James Graham,Graf v. St. Germain, Cagliostro, Casanova …
Albrecht Wirth Deutsche Abenteurer Deutscher Volksverlag München 1922 160 S.
Wiener, Oskar (Hg.) Die Welt der Abenteuer Eine Sammlung guter Bücher für jung und alt Haase Wien-Prag-Lpz. ca. 1920 12 Tle. a 48 S. zahlr. Textzeichng
Sammelband mit allen, ursprünglich in Heften erschienenen Titeln der Reihe. Bearbeitete Texte von Friedrich Gerstäcker, Charles Sealsfield, Karl Gutzkow, Friedrich Wilhelm Hackländer, Adelbert von Chamisso, Edgar Allan Poe, Frederick Marryat, Thomas Platter sowie ein Beitrag von Oskar Wiener (1873 - 1944).
Otto, Friedrich Abenteuer aus aller Welt 233 S., Scherl Berlin ca. 1920
Abenteuerliche Erlebnisse: Der Eisrobinson. Sein letzter Tiger. Im Felsentrichter der Bergindianer. Der Vogeljäger von Tindholm. Das Fest der Goldgräber. Unter den Palmen von Gira Gire. Die Flucht durch das Wattenmeer etc. Mit zahlr. teils ganzs. Illustrationen von Albert Schaefer.
Tornius, Valerian Abenteurer Wunderliche Lebensläufe und Charaktere IV, 312 S. Klinkhardt & Biermann Leipzig 1919
Päpstin Johanna, Don Quixote, Simplizissimus, den falschen (Zarewitsch) Demetrius, eine falsche Zarentochter, den sächsischen Großkophta (J. G. Schrepfer), den Grafen von Saint Germain, Cagliostro, Trenck, Rasputin u.a. Schwindler und Wundertäter [Hayn-G. IX, 589, Ausgabe 1925]. 10 Steinzeichnungen von Wilhelm Plünnecke. Mit einem Literaturnachweis, jedoch ohne Vor- oder Nachwort.
Bongs, Rolf (Hg.) Das Buch der Abenteuer VIII, 392 S., G. Müller München, 1913
Vorwort Paul Scheerbart, Bilder Adolf Uzarski. Über: H.H. Ewers: Der Spielkasten; E.A. Poe: Der Sturz in den Maelstrom; H.G. Wells: Jimmy Goggles; Jürgen Jürgensen: Vitelli; K.H. Strobl: Das Manuskript des Juan Serrano …
Blei, Franz Landfahrer und Abenteurer 224 S., G. Müller München 1913
»Ich erzähle hier ein paar Lebensläufe, sonderbar scheinend, doch einfach im Grunde, denn sie sind Ausdruck von Leidenschaften, allen gemein, hier nur in einem behrrschenden Maße. Dadurch auffallend, aber nicht unverständlich fremdartig … Definieren heißt die Wildnis einer Idee mit einer Mauer aus Worten umgeben. Die Mauer um die Idee des Abenteurers zu legen … erlasse ich mir.« Lebensgeschichten von Buck Whaley, Baron Ripperda, William Lawrence, Nikodem von Nifen, John Nelson, Herzog von Praslin, William Lithgow, Lord Seymour, David Lazzaretti, Don Juan de Vargas.
Federn, Karl Abenteuer und Magie 398, 393 S. (=Hundert Novellen Bd 1 und Bd.2) G. Müller München 1913
Vesper, Will (Hg.) Fröhliche Abenteurer 598 S.,. M. Mörike München 1913
Dyl Ulenspiegel. Schelmuffsky. Gulliver. Münchhausen. »… hinter der grotesken lachenden Komik dieser Gesellen steht durchaus der höchste sittliche Ernst. Und nicht Ulenspiegel allein führt den Spiegel im Wappen. In grotesken Spiegeln fangen sie alle die Narrheit der Welt auf, und indem wir über sie lachen, lachen wir über uns selbst und erkennen betreten hinter dem Gelächter die Wahrheit (=Abenteurerromane 3). Bilder v. Rolf von Hoerschelmann.
Müller, Hans Buch der Abenteuer 205 S. Fleischel Berlin 1905
Novellen, Buchschmuck v. Lucian Bernhard. Der aus Brünn gebürtige H. Müller (1882-1950) nannte sich später nach seinem Schweizer Wohnort Müller-Einigen, war Librettist in Ralph Benatzkys Singspiel „Im Weißen Rößl“.
Steinbrink, Bernd
Klee, Gotthold Das Buch der Abenteuer Fünfundzwanzig Geschichten den deutschen Volksbüchern nacherzählt 598 S., 16 Taf. Bertelsmann Gütersloh 1925, 1911, 1894
»Die Bezeichnung „Buch der Abenteuer“ wird dadurch gerechtfertigt, daß das Element des Abenteuerlichen in allen diesen herzerfreuenden Geschichten in reicher Entwickelung hervortritt … man wird den hier dargebotenen auch anderes, Edleres nicht absprechen: einmal ist es echte, unbewußte Poesie, ein andermal harmloser Humor, dann wieder tief sittlicher Gehalt, nicht selten auch echte Religiosität, was diesen „Abenteuern“ erst ihren bleibenden Wert verleiht.« Bearbeitete Fassungen von: Fortunatus, Alexander & Ludwig, Kaiser Oktavianus, Die schöne Melusine, Heinrich der Löwe, Schildbürger, Faust …
Die Welt der Fahrten und Abenteuer Reihentitel für zahlreiche Bände 1896-1912 Freiburg, Fehsenfeld
Rudyard Kipling, Rider Haggard, Jack London, Herbert Strang, Robert Louis Stevenson und andere
Sierke, Eugen Schwärmer und Schwindler zu Ende des 18. Jahrhunderts 462 S., Leipzig S. Hirzel 1874
Über Emanuel Swedenborg (Seher), Franz Anton Meßmer (Magnetiseur), Gassner (Teufelsbanner), Schrepfer (Geisterbeschwörer), Graf Cagliostro (Magier Balsamo)
[F. Orelli] Reise-Abenteuer und Jagdgeschichten 120 S. 8 colorirte Kupferstiche und zahlr. Textabb. August Riese Berlin ca. 1860
Unsern Kindern erzählt zur Erweiterung ihrer Kenntnisse in der Länder- und Völkerkunde und Naturgeschichte.
Bülau, Friedrich Geheime Geschichten und rätselhafte Menschen Sammlung verborgener und vergessener Merkwürdigkeiten Leipzig 1850-, Reclam
Wilmsen, F (riedrich) P (hilipp) Bergreisen, Seefahrten und Abenteuer neuerer Zeit Für die Jugend neu bearbeitet und vermehrt von F. W. Hantschke. 1 Stahlstich, 2 Lithogr. und 7 Lithogr. VI, 298 S. Hasselberg Berlin ca 1836
Wegehaupt I, 2295 (erste Ausgabe). Neben Erzählungen von Bergwanderungen (Ersteigung des Montblanc, Wanderungen zum Gotthardt, die Reise nach Wallis, Juragebirge und der Weißenstein u. a.) finden sich Berichte über Nordamerika (Indianer etc.) und eine Schilderung der Entdeckungsreise J. Ross’ u. a. - Dekorative Aquatinta-Ansichten illustrieren die Schweizer Reiseschilderungen (Jungfrau-Gebirge, Staubbach, Wasserfall und Mühle bei Ragatz, Rheinfall bei Lauffen u. a.)
Der Begriff »Abenteuer« wird etwa ab 1780 zunehmend als Kategorie und verkaufsträchtige Formulierung verwendet, auch bei Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen; im Deutschen ist dabei Carl Gottlob Cramer
mit fast 60 Romanen erfolgreich, von der Kritik jedoch als »Sudler« beschimpft, denn »ein solcher Löwe ließ sich durch kein kritisches hahnengeschrei bestürzt machen« 1) und schrieb unverdrossen über die »seltsamliche Abentheuer Erasmus Schleichers, eines reisenden Mechanikus« und »seltsamliche Abentheuer Paul Ysops, eines reducirten Hofnarren« und andere taten es ihm nach.
Campe, Joachim Heinrich Sammlung interessanter und durchgängig zweckmäßig abgefaßter Reisebeschreibungen für die Jugend Wolfenbüttel 1786: Schulbuchhandlung Jacob Heemskerks und Wilhelm Barenz nördliche Entdeckungsreise und merkwürdige Schicksale. Merkwürdige Abentheuer vier russischer Matrosen auf Spitzbergen. Vasco da Gama, Reise nach Ostindien, die erste, welche von den Portugiesen um Africa herum vollführt wurde. Des Herausgebers kleine Reise von Trittow nach Wismar und von da nach Schwerin, in Briefen an seine Kinder.
Lesuire [de Suire], Robert Martin Der Robinson des achtzehnten Jahrhunderts oder Abentheuer und Wanderungen des Herrn Franz Pelerin 2 Theile. Ill. Leipzig 1783: Weygand
F. S. G. W. D. B. Leben und Abentheuer des berüchtigen Rebellen Jemelian Pugatschew, welcher sich in dem südlichen Russland für Peter III. ausgab. Nach dem Russischen Original des Hrn. F.S.G.W.D.B. in das Französische (Le faux Pierre III. ou la vie et les aventures du rebelle J. Pugatschew', 1775) und aus diesem in das Deutsche übersetzt. Druckvermerk falsch: London, richtig: [i.e. Leipzig 1776]: [Crusius]
Beer, Johann
Jan Rebhu
Ritter Spiridon aus PerusinaFeyerabend, Sigmund, Franz Nicolaus Roth, Johann Andreas Endter
Läusepeltz, Steffen
Wirnt von Grafenberg
Füetrer, Ulrich
Peter Suchenwirt
(c. 1320 – 1395)Kai Spanke
Raoul Schrott
Daniel Kehlmann
Carl Friedrich Gauß
(1777–1855, Mathematiker und Geodät ) und Alexander von Humboldt
(1769–1859, Naturforschers) in Romanform.Martin Lüdke
Frankfurter Rundschau 28.09.2005Alex Capus
Agnes Hüfner
Deutschlandfunk 09.05.2011Wolfgang Herrndorf
Jörg Magenau
Deutschlandfunk 29.09.2010Karl Heinz Bohrer
(1932–2021)Karl Heinz Bohrer
im Gespräch mit Katrin Heise
Deutschlandfunk 30.07.2012Marc Buhl
Martin Halter
FAZ 17.06.2011Christian Kracht
August Engelhardt
reist Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts nach Deutsch-Neuguinea, eine kleine Erbschaft ermöglicht ihm dort ein Leben als Aussteiger. 1902 rief der Nudist und Kokosnuss-Fanatiker auf der Insel Kabakon den Sonnenorden aus und predigte den Kokovorismus, ihm schwebte ein fruktivorisches Weltreich vor. So weit, so real. Kracht macht daraus allerdings einen wilden Roman mit irrsinnigen Einfällen und absurden Geschichten. Felicitas von Lovenberg
FAZ 10.02.2012Rainer Merkel
Johan Dehoust
Spiegel 23.05.2013Thomas Glavinic
Lisa Krämer
Nach Erscheinungsjahr absteigend geordnet.
Stockhammer, Robert
James Cook
[1728-1779] und Herman Melville
[1819-1891] im Pazifik.Oliver Grill
, Brigitte Obermayr
(Hg.)Jutta Eming
, Ralf Schlechtweg-Jahn
(Hg.)Matthieu Letourneux
Thomas Kastura Flucht ins Eis Warum wir ans kalte [[wiki:das_ende_der_welt|Ende der Welt]] wollen 127 S., Vierseitige Bibliographie. Aufbau Berlin 2000
Wortgewandter, manchmal fast manieristischer Galopp durch die Literatur der Reisen in die polaren Gebiete: kritisch, tiefsinnig, ironisch. Für meinen Geschmack bestimmt die Sicht vom Schreibtisch aus zu sehr das Bild.
Köhler, Manfred Sich einfach auf den Weg machen Lebenserfahrungen von Globetrottern und Abenteurern 189 S., Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000
Der Autor führte Gespräche mit: Bruno Baumann, Erika & Klaus Beer, Axel Brümmer & Peter Glöckner, Klaus Denart, Arved Fuchs, Peter Gebhard, Christina Haverkamp, Alois Hofmann, Heinz Kallin, Thomas Kropf, Marco Kuhlmann, Dietmar Löffler, Thomas Mack, Michael Martin, Hans Memminger, Rüdiger Nehberg, Rainer Ott, Andreas Pröve, Harald Schwindl, Dirk Thiele, Wolfgang Uhl, Tilmann Waldthaler, Sigrid Wolf-Feix.
Eigene Überlegungen, Zitate aus Gesprächen und Büchern ordnet er ein in die Kapitel: Abenteuer - Was ist das?, Wie wird man Abenteurer?, Die Suche nach dem persönlichen Abenteuer, Abenteuer als Beruf - Der Alltag unterwegs, Feierabend vom Abenteuer - Alltag in der Heimat, Die Sinnsuche des Abenteurers
Prutz, Hans Die Ritterorden Mönche als Kämpfer, Helden, Abenteurer 549 S. Nachdruck der Originalausgabe Berlin 1908. Bechtermünz 1998
Michael Nerlich Abenteuer oder das verlorene Selbstverständnis der Moderne 400 S., Gerling, München 1997
Der Autor, Direktor des Institus für Romanische Literaturwissenschaft an der TU Berlin und Herausgeber der Zeitschrift Lendemains, hat über sein altes Thema (s. Nerlich 1977) ein neues Buch geschrieben. Ein Essay, jedoch mit vielen Anmerkungen. Der erste Teil gilt seinem Verständnis von Mittelalters und Moderne und der Rolle des Zufalls. Im zweiten Teil untersucht er, wie Chrétien de Troyes
„die moderne Abenteueridee“ erfand und wie sie bis heute wirkt. Nerlich kritisiert den bisherigen Abenteuerbegriff und bietet eine neue, erweiterte Ableitung, die auch die Bedeutung von Glück bzw. Zufall umfaßt. Die besondere Bedeutung der Abenteueridee sieht er in der Betonung des zugrundeliegenden experimentellen Handelns. Seine Analyse ist literarisch, sprachlich und historisch geprägt, seine Perspektive ausschließlich gesellschaftlich. Die individuellen Wurzeln des Abenteuers und der prozessuale Charakter des Abenteuers spielen keine Rolle.
Simanowski, Roberto Die Verwaltung des Abenteuers Massenkultur um 1800 am Beispiel Christian August Vulpius =Palaestra. Untersuchungen aus der deutschen und skandinavischen Philologie; Band 302 Vandenhoeck & Ruprecht 1998 403 S., 1 Abb.
Jean Baudrillard, Marc Guillaume Reise zu einem anderen Stern 107 S., Merve Berlin 1996
Luger, Kurt Sehnsucht Abenteuer Entgrenzungsversuche und Fluchtpunkte der Erlebnisgesellschaft (=Wiener Vorlesungen Bd. 40) 64 S., Picus Wien 1995 Vortrag im Wiener Rathaus am 25. Januar 1995. Mit einem Vorwort von Hubert Christian Ehalt.
Volker Klotz
Seeßlen, Georg Liebe, Sehnsucht, Abenteuer Essays zur Popkultur Ullstein TB 36546 Ffm 1988
Neumann, Hans-Joachim Abenteuer & Action in Literatur, Film und Comic. 352 S. Abb. Ullstein TB 36542 Ffm 1987
Neumann H-J. (Hg.), Seeßlen G. Bluebox 1. Abenteuer Magazin zur populären Kultur [357 S., Abb.] Ullstein TB 36530 Ffm 1987
Bluebox setzt sich mit dem »zentralen Mythos der Moderne«, dem Abenteuer in den Erscheinungsformen der populären Kultur, auseinander: Assoziative Texte, Traumlandschaften des Abenteuers (Manfred Ellen), Frauen & Abenteuer (Angelika Kopecný), Bilder aus Mompracem. Emilio Salgaris ernste Abenteuer & der Film (Norbert Stresau), Hauptmann Tempesta (Emilio Salgari), Abenteuer Schreiben (Hans-Jürgen Tast), Corto Maltese – Annäherung an den Mythos eines Helden (Andreas c. Knigge), Comic: Corto Maltese (Hugo Pratt), Martin Stummer. Abenteuer & Reisen (Christian Rost), George MacDonald & seine Flashman-Romane (Hans-Joachim Neumann), Flashman in China (George MacDonald Fraser), Das Abenteuer – zum letzten (Dr. Jürgen Behrens).
Harald Eggebrecht Sinnlichkeit und Abenteuer Die Entstehung des Abenteuerromans im 19. Jahrhundert Berlin, Techn. Univ., Diss., 1978 268 S. Marburg Berlin Guttandin und Hoppe 1985
Lehmann, Johannes Die Kreuzfahrer Abenteurer Gottes 431 S., 16 Tafeln. Gütersloh 1976, Pawlak Herrsching 1985
Reinhold Frigge
Das erwartbare Abenteuer.
Massenrezeption und literarisches Interesse am Beispiel von Reiserzählungen von Karl May
(=Abhandlungen zur Kunst-, Musik- und Literaturwissenschaft Bd.357)
Bonn Bouvier 1984 5 Bll., 370p 16×23 umfangr. Lit.-verz.
Hügel, Hans-Otto
(Bearb.)
Karl May
.
Das inszenierte Abenteuer.
Die Sammlung Heinz Neumann (=Marbacher Magazin 21/1982) Marbach Schiller-Nationalmuseum 1982 44p 14×21 Textabb., 6 montierte Farbtfll.
Mit einem Verzeichnis der ausgestellten Stücke als Beilage.
Ralf-Peter Märtin
Wunschpotentiale. Geschichte und Gesellschaft in Abenteuerromanen von Retcliffe, Armand, May.
Königstein i.Ts. 1983: Hain
Jürgen Fohrmann
Abenteuer und Bürgertum. Zur Geschichte der deutschen Robinsonaden im 18. Jahrhundert.
Stuttgart 1981: J. B. Metzler
O.F. Best Abenteuer Wonnetraum aus Flucht und Ferne 205 S., Fischer 1980
Das Abenteuer wird aus zahlreichen Perspektiven betrachtet, die Vorgehensweise ist eher assoziativ. Dabei öffnen ausgehend vom Aspekt eines Kapitels unzählige Zitate ein Begriffsfeld. Der Literaturwissenschaftler deutet die Begriffe vorwiegend etymologisch, dadurch ergeben sich interessante Einsichten. Die Zusammenhänge bleiben jedoch entsprechend dem Vorgehen kleinräumig, eine übergeordnete Sicht fehlt. Es überwiegt deutlich die literarische Sicht, also das nacherlebte Abenteuer.
Michael Nerlich Kritik der Abenteuer-Ideologie Beitrag zur Erforschung der bürgerlichen Bewußtseinsbildung 1100-1750 563 S., Bd. 1 + 2 Akademie, Berlin (Ost) 1977
»Der Abenteurer ist der besondere Mensch, der aus der Masse der „Herdenmenschen“ herausragt. Er ist entweder der große Herrscher, der geniale Unternehmer, oder aber der Mensch, der die Gesellschaft verachtet und sich über ihre Gesetze hinwegsetzt. So und ähnlich lauten die Klischees der modernen bürgerlichen Abenteuer-Ideologie, die im kapitalistischen System verbreitet werden. Gleichzeitig dient das (Waren-) Abenteuer zur ideologischen Bekämpfung des realen Sozialismus …«
Michael Nerlich [o. Prof. Romanistik TU Berlin-West] stellt eine Kritik der Abenteuer-Ideologie vor. Er untersucht das Abenteuer an Beispielen in Frankreich, Spanien, England. Seine thematischen Schwerpunkte und seine Bewertung sind deutlich marxistisch geprägt, die zugrundeliegenden Sachverhalte und Zusammenhänge sind akribisch, oft neu und entbehren jeder Konkurrenz. 1987 wurde der Band von der Minnesota University Press für den amerikanischen Markt neu verlegt. Viele Ansätze, die sich bei E.J. Leed
finden, sind hier bereits geäußert.
Heinrich Pleticha Abenteuer-Lexikon Alles über Motive, Inhalte und Autoren alter und neuer Abenteuerbücher 222 S., Abb.) Arena Würzburg 1978
Versuch einer Gesamtschau in 130 Artikeln mit dem Hauptakzent auf Abenteuerliteratur, teils medienübergreifend zu Film, Fernsehen, Comics. Inhaltlich eher additiv beschreibend und erzählend, kaum analysierend, definierend, erklärend.
Paul Zweig The Adventurer The Fate of Adventure in the Western World 275 S., Princeton University Press 1974, Reprint 1981
Zweig schreibt anhand des Abenteuers eine Kritik unserer Zeit. Literarisch brilliant sucht er nach dem weserntlichen Kern des Abenteuers, das sich als Einstellung auch in einer modernen Gesellschaft leben lässt. Die Kapitel (Auszug) beschäftigen sich mit:
Myth of Odysseus, Heroes & Adventurers, Tragic Guest, Flight from Women, Adventure of Storytelling, Interior Monk, Robinson Crusoe - The Unadventurous Hero, Giacomo Casanova - The Frivolous Adventurer, Great Escape, The New Mythology of Adventure: Edgar Allan Poe, Nietzsche: The Philosophy of Adventure
Ernstberger, Anton Abenteurer des Dreißigjährigen Krieges Zur Kulturgeschichte der Zeit (=Erlanger Forschungen Bd. 15.) 240 S. Erlangen 1963 Register der Personen- & Ortsnamen
Dieses Buch entstand aus der Enttäuschung darüber, daß die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges trotz der Fülle an Quellen und Darstellungen so wenig von der Welt des Abenteuerertums dieser Zeit zu berichten weiß. Nun aber hat es damals Männer der „Fortune“, wie sie sich gerne nannten, genug und übergenug gegeben … Dass für die beiden Behaim-Abenteurer [Stephan Karl Behaim
(1612-1638) und Hans Jakob Behaim
(1621-1646)] und ihre Mitspieler die Quellen so ergiebig fließen, ist ein glücklicher, einmaliger Zufall, mit Genealogie.
Henri Daniel-Rops Abenteurer Les aventuriers de dieu, übers.v. Arnulf Neuwirth 244 S. Wien, München: Verl. Herold (BI 3774) 1953 Sechs Pioniere der katholischen Mission.
Tharp, Louise Hall Gesellschaft der Abenteurer Mit zahlr. Illustrationen von Charles B. Wilson. 302 S., Büchergilde Gutenberg, Zürich 1950 Jugendbuch über die Geschichte der //Hudson Bay Company//.
Whitehead, Alfred North Abenteuer der Ideen 523 S., EA 1933. Suhrkamp 1971, TB 1498 2000
Eine Studie des großen Philosophen über die Entstehung der Zivilisation und zivilisierter Wesen:
»Ein Punkt, auf den ich überall den größten Nachdruck gelegt habe, ist die Bedeutung, die dem Abenteuer bei der Herausbildung und bei der Erhaltung der Zivilisation zukommt.«
Siehe insbesondere Kapitel XIX: Der Sinn für das Abenteuer.
Becker, Susanne
Georg Simmel
Georg Simmel
: Philosophische Kultur: Gesammelte Essays. Leipzig 1911: W. Klinkhardt. S. 7–24Adelung, Johann Christoph Geschichte der menschlichen Narrheit oder Lebensbeschreibungen berühmter Schwartzkünstler, Goldmacher, Teufelsbanner, Zeichen- und Liniendeuter, Schwarmer, Wahrsager, und anderer philosophischer Unholde Weygand Leipzig 1785 bis 89 in 7 Bänden
Adelung [1732-1806] stülpt 73 historischen Personen die Narrenkappe über: Narr, Wahnsinn und Unvernunft bezeichnen die Art und Weise, wie sie ihr Leben als Geschäft betrieben. Adelungs Urteilskraft blieb allerdings nicht unwidersprochen, weil neben Abwegen durchaus auch Verdienstvolles durch seine Narren bewirkt wurde.
siehe auch * Biographische Reiseliteratur
Stefanie vor Schulte
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Appell, Johann Wilhelm